Prime Video hat das Erlebnis für seine Nutzer verändert. Seit Februar 2024 erscheinen in Filmen und Serien Werbeunterbrechungen. Wer diese umgehen möchte, zahlt drei Euro zusätzlich im Monat. Für die Verbraucherzentrale Sachsen war dies Grund genug, gegen Amazon vorzugehen. Nach Ansicht der Verbraucherschützer wurde die Zustimmung der Kunden für diese Änderung nicht ausreichend eingeholt und die Erhöhung der Abo-Kosten ist somit rechtlich nicht wirksam.
Die Klage gegen Amazon
Die Verbraucherzentrale verklagt Amazon nun auf 1,8 Milliarden Euro. Es handelt sich um eine Gewinnabschöpfungsklage, die zusätzlich zu einer bereits 2024 eingereichten Sammelklage geführt wird. Ziel ist es, die Einnahmen, die Amazon durch die Werbeunterbrechungen erzielt hat, zurückzuführen und gleichzeitig die Rechte der betroffenen Nutzer durchzusetzen.
Die Sammelklage und ihre Beteiligten
An der ursprünglichen Sammelklage haben sich bisher 123.000 Prime-Kunden beteiligt. Das ist nur ein Teil der insgesamt rund 17 Millionen Betroffenen. Mit der neuen Klage soll sichergestellt werden, dass auch die restlichen Gewinne von Amazon geltend gemacht werden. Laut Michael Hummel, Rechtsexperte der Verbraucherzentrale, beläuft sich die geschätzte Summe auf mindestens 1,8 Milliarden Euro über drei Jahre.
Ablauf und Perspektive
Sollte Amazon verlieren, werden zunächst die Sammelkläger entschädigt. Darüber hinausgehende Beträge würden an den Staat fließen. Betroffene Nutzer können sich weiterhin der Sammelklage anschließen. Experten gehen davon aus, dass das Verfahren mehrere Jahre dauern wird. Die Verbraucherzentrale arbeitet für die Prozessführung mit der Kanzlei Hasfeld und dem Prozessfinanzierer Burford Capital zusammen, um sowohl fachlich als auch finanziell auf eine langwierige Auseinandersetzung vorbereitet zu sein.
Bedeutung für Verbraucher und Unternehmen
Die Auseinandersetzung zeigt, wie wichtig Transparenz und Einwilligung im Umgang mit Nutzerdaten und Abonnements sind. Für Verbraucher ist es ein Hinweis darauf, genau zu prüfen, wofür sie zahlen und welche Änderungen Anbieter einführen. Für Unternehmen wie Amazon ist die Klage ein Signal, dass selbst große Plattformen sich rechtlichen Anforderungen stellen müssen, wenn Verbraucherrechte betroffen sind.
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