EU-Kommission hört auf die Community

Open Source spielt schon lange eine zentrale Rolle in der IT, doch jetzt nimmt die Europäische Kommission das Thema offiziell in die eigene Hand. Ziel ist es, den Open-Source-Sektor in der EU zu stärken und strategische Maßnahmen zu entwickeln, die wirklich auf die Bedürfnisse von Entwicklerinnen, Unternehmen und öffentlichen Verwaltungen zugeschnitten sind.

Feedback aus der Community ist gefragt

Dazu sammelt die EU-Kommission Feedback von allen Interessierten. Ob Entwicklerinnen, Open-Source-Organisationen, Unternehmen oder Behörden, jeder kann seine Perspektive einbringen. Es geht darum zu verstehen, wie Open Source aktuell genutzt wird, wo die Stärken liegen, welche Hindernisse es gibt und welche Bereiche besonders gefördert werden sollten. Das gesammelte Feedback soll auch konkrete Hinweise liefern, wie Open Source den öffentlichen und privaten Sektor unterstützt. Dabei stehen Themen wie Kostenersparnis, Sicherheit, Risikominimierung und die Reduzierung von Abhängigkeiten im Fokus. Besonders interessant ist auch, welche Technologiebereiche prioritär behandelt werden sollten und in welchen Wirtschaftsbereichen Open Source die Wettbewerbsfähigkeit der EU steigern kann.

EU-weite Maßnahmen in Vorbereitung

Die Kommission plant auf Basis des Feedbacks konkrete Maßnahmen, die das Wachstum von Open Source fördern und gleichzeitig die technologische Souveränität Europas stärken sollen. Auch die Cybersicherheit steht dabei ganz oben auf der Agenda. Die Initiative ist also nicht nur ein Lippenbekenntnis, sondern ein Versuch, die EU unabhängiger von großen US-Softwareanbietern und Cloud-Diensten zu machen. Das Thema ist gerade deshalb aktuell, weil im vergangenen Jahr die Bedenken gegenüber der Abhängigkeit von ausländischen Cloud-Anbietern stark gestiegen sind. Viele Akteure in Europa setzen nun auf digitale Souveränität und Datenschutz in der Cloud, was das Interesse an Open Source noch weiter erhöht hat.

So kann man mitmachen

Alle, die sich einbringen wollen, können bis zum 3. Februar 2026 ihre Vorschläge auf der Webseite der EU-Kommission einreichen. Es geht nicht nur darum, Probleme zu benennen, sondern auch mögliche Lösungen vorzuschlagen und zusätzliche Informationen zu liefern. Wer also Ideen hat, wie Open Source in Europa besser gefördert werden kann, sollte diese Gelegenheit nutzen. Die EU setzt damit auf die Community selbst, um eine fundierte Basis für zukünftige Entscheidungen zu schaffen. Für Open-Source-Enthusiasten ist das eine spannende Chance, die Zukunft des Sektors in Europa mitzugestalten.

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