Nvidia steigt in 6G ein

Wenn man an Nvidia denkt, kommen einem zuerst Grafikkarten und Gaming in den Sinn. Doch der US-Konzern hat größere Pläne, die weit über den PC hinausgehen. Mit der Beteiligung an Nokia wagt Nvidia einen Schritt direkt in die Welt des Mobilfunks. Und es geht dabei um mehr als nur Investitionen.

Die Macht der Patente

Nokia besitzt Tausende wichtiger 5G-Patente, die in der Zukunft auch für 6G eine zentrale Rolle spielen könnten. Für Nvidia ist der Zugang zu diesem Wissen Gold wert. Indem sie ihre Technologie mit der Infrastruktur von Nokia kombinieren, können sie Einfluss auf die Entwicklung der nächsten Mobilfunkgeneration gewinnen.

GPUs statt dedizierter Hardware

Die Kernidee hinter der Zusammenarbeit ist die Nvidia Arc Plattform, offiziell Aerial RAN Computer genannt. Sie soll die bisherige, spezialisierte Hardware in Basisstationen ersetzen und gleichzeitig Künstliche Intelligenz direkt in die Netzwerke bringen. Die Basisstationen werden dadurch nicht nur leistungsfähiger, sie können auch flexibel auf neue Standards wie 6G aufgerüstet werden. Bestehende Nokia-Stationen bleiben nutzbar, Arc ist abwärtskompatibel und ermöglicht so ein Upgrade ohne komplette Neuinvestition.

Globale Reichweite nutzen

Nokia betreibt weltweit Millionen Basisstationen. Für Nvidia bedeutet das einen direkten Zugang zu einem Netzwerk, das bereits rund um den Globus verteilt ist. Mit ihrer Rechenleistung und KI-Expertise können sie nun Einfluss auf die Basisstationen gewinnen und damit auf die Infrastruktur, auf der die nächste Mobilfunkgeneration aufbauen wird.

Die nächsten Schritte

Die Pläne sind ambitioniert. Schon Anfang 2026 sollen erste Testläufe starten und 2027 könnte die gemeinsame Technologie von Nvidia und Nokia kommerziell verfügbar sein. Damit wäre ein Fundament gelegt, auf dem die USA eine führende Rolle in der 6G-Welt beanspruchen könnten.

© stock.adobe.com, Dilok