Gerade wenn es um Kryptowährungen geht, haben viele Menschen schon von Betrugsfällen gehört oder sind selbst betroffen. Genau an dieser Stelle setzen Kriminelle mit einer neuen Masche an, die derzeit vom Landeskriminalamt Niedersachsen beobachtet wird. Sie verschicken täuschend echte Anwaltsbriefe, die eine hohe Gutschrift nach angeblichem Krypto-Betrug versprechen. Was nach Wiedergutmachung klingt, ist in Wahrheit der Einstieg in eine weitere Falle.
Wie Täter Vertrauen schaffen
Die Schreiben wirken erstaunlich seriös. Eine Anwaltskanzlei, die es in Wirklichkeit gar nicht gibt, erklärt den Empfängern, dass ihnen 50.000 Euro Schadensersatz zustünden. Damit das Geld ausgezahlt werden könne, müsse man sich lediglich legitimieren. Die Kriminellen nutzen dabei echte persönliche Daten. Namen, Anschriften, Geburtsdaten, Telefonnummern und sogar Bankinformationen tauchen in den Briefen auf. Diese Informationen stammen vermutlich aus Datenlecks, geknackten Kundenkonten oder früheren Phishing-Angriffen. Dadurch entsteht der Eindruck, dass der Brief gar nicht gefälscht sein kann.
Der Trick mit dem Zugang und dem QR-Code
Um die Geschichte noch glaubwürdiger wirken zu lassen, enthalten die Briefe Zugangsdaten zu einem angeblichen Konto, auf dem das Geld angeblich bereitliegt. Zusätzlich ist ein QR-Code abgedruckt, der direkt zu einem WhatsApp-Kontakt führt. Noch ist nicht eindeutig geklärt, welche Forderungen die Täter am Ende stellen. Wahrscheinlich geht es um die Preisgabe sensibler Daten, das Einsenden von Ausweiskopien oder sogar das Überweisen von Gebühren, die angeblich zur Freischaltung eines Kontos nötig sind. Auch die Möglichkeit, dass solche Konten anschließend für Geldwäsche missbraucht werden, liegt nahe.
Warum so viele darauf hereinfallen könnten
Die Masche spielt mit gleich mehreren psychologischen Faktoren. Erstens ist Krypto-Betrug ein reales Problem, das immer wieder Schlagzeilen macht. Wer Geld verloren hat, greift nach jedem Strohhalm. Zweitens wirkt ein offizielles Anwaltsschreiben auf Papier viel glaubwürdiger als eine E-Mail. Und drittens machen die echten Daten im Brief fast unmöglich, sofort an Betrug zu denken. Alles zusammen ergibt eine extrem gefährliche Mischung, die Opfer in die Irre führt.
Was wirklich hilft
Das LKA rät dringend, auf solche Briefe nicht zu reagieren. Weder per Telefon noch per E-Mail oder WhatsApp sollte man in Kontakt treten. Wer ein solches Schreiben erhält, sollte die lokale Polizei informieren und Anzeige erstatten. Besonders wichtig ist auch der schnelle Kontakt zur eigenen Bank, falls bereits Daten weitergegeben oder sogar Überweisungen getätigt wurden.
Am Ende zeigt diese Masche wieder sehr deutlich, wie weit Kriminelle heute gehen, um glaubwürdig zu wirken. Echte Kanzleibriefe, echte persönliche Daten und ein Versprechen, das viele Menschen sofort hellhörig macht: Geld zurück nach einem Betrug. Gerade deshalb ist es so wichtig, Ruhe zu bewahren, gesundes Misstrauen zu behalten und sich im Zweifel lieber einmal zu viel bei der Polizei zu melden.
© stock.adobe.com, Kzenon