Apple und günstig war lange Zeit ein Widerspruch. Jetzt wagt der Konzern mit dem MacBook Neo genau diesen Schritt und mischt erstmals ernsthaft im Budget Laptop Markt mit. Ganz billig wird es trotzdem nicht. 700 Euro ruft Apple hierzulande für die Basisversion auf, in den USA startet das Gerät bei 600 Dollar. Damit positioniert sich das Neo zwar im Einstiegsbereich, bleibt aber klar ein Apple Produkt mit entsprechendem Preisgefühl. Trotzdem ist die Richtung spannend. Apple will offensichtlich neue Zielgruppen erreichen.
Vertrautes Design mit einem Hauch Nostalgie
Optisch erinnert das MacBook Neo an das flache MacBook Air, wirkt aber gleichzeitig wie eine Reminiszenz an ältere Generationen. Das 13 Zoll IPS Display löst mit 2408 × 1506 Pixeln auf und erreicht laut Apple eine Helligkeit von bis zu 500 Candela pro Quadratmeter. Mit 1,23 Kilogramm ist das Gerät leicht, aber kein Federgewicht. Das Aluminiumgehäuse sorgt für die gewohnte Wertigkeit. Auffällig ist, dass Apple auf die Notch verzichtet und wieder ein klassisch wirkendes Displaydesign nutzt. Das dürfte Puristen freuen. Farben spielen beim Neo eine größere Rolle als bei vielen anderen Macs. Neben Silber gibt es Rosa, Indigo und Zitrus. Das Gerät wirkt dadurch deutlich verspielter und weniger Business fokussiert als ein MacBook Pro.
Ein iPhone Chip im Laptop
Die größte Überraschung steckt im Inneren. Statt eines M Prozessors verbaut Apple im MacBook Neo erstmals für Endkunden einen A Chip aus der iPhone Welt. Genauer gesagt kommt der A18 Pro zum Einsatz, bekannt aus dem iPhone 16 Pro. Leistungstechnisch ordnet sich der Chip ungefähr zwischen M1 und M2 ein. Für klassische Alltagsaufgaben wie Textverarbeitung, Tabellen, Streaming und leichtes Multitasking dürfte das mehr als ausreichen. Der A18 Pro bringt sechs CPU Kerne, fünf GPU Kerne und eine Neural Engine für KI Aufgaben mit. Der wohl größte Kompromiss ist der Arbeitsspeicher. Das MacBook Neo gibt es ausschließlich mit 8 GByte RAM. Keine Option auf mehr, auch nicht gegen Aufpreis.
Anschlüsse mit Einschränkungen
Apple spart nicht nur beim RAM. Das Neo besitzt zwei USB C Ports, allerdings unterstützt nur einer davon USB 3.2 Gen 2 mit bis zu 10 Gbit pro Sekunde und DisplayPort. Der zweite Port arbeitet lediglich mit USB 2.0 Geschwindigkeit. Zusätzlich gibt es einen klassischen 3,5 Millimeter Klinkenanschluss. Extern lässt sich genau ein 4K Monitor mit 60 Hertz betreiben. Auch hier wird klar, dass Apple das Neo bewusst unterhalb des MacBook Air positioniert.
Kleine Details mit Wirkung
Die Akkulaufzeit gibt Apple mit bis zu elf Stunden Surfen an. Wi-Fi 6E und Bluetooth 6 sind ebenfalls an Bord. Eine 1080p-Webcam sowie Lautsprecher mit Dolby-Atmos-Unterstützung gehören zur Ausstattung. Wer jedoch einen Fingerabdrucksensor möchte, muss zur Variante mit 512 GByte SSD für 800 Euro greifen.
Für wen ist das MacBook Neo gedacht
Das MacBook Neo richtet sich klar an Studierende, Schüler und Alltagsnutzer, die in das Apple Ökosystem einsteigen wollen. Wer hauptsächlich schreibt, streamt, surft und vielleicht ein paar Fotos bearbeitet, bekommt hier ein solides Gesamtpaket mit Apple Design und macOS. Power User, Entwickler oder Kreative mit hohen Ansprüchen werden hingegen schnell an Grenzen stoßen.
Fazit
Mit dem MacBook Neo schlägt Apple einen neuen Weg ein. Ein iPhone Chip im Laptop, feste 8 GByte Arbeitsspeicher und einige bewusste Einschränkungen zeigen klar, dass hier ein günstiger Einstieg geschaffen werden soll, ohne das MacBook Air direkt zu gefährden. Ob das Konzept aufgeht, hängt stark vom Preisgefühl der Kunden ab. 700 Euro sind für ein Apple Gerät vergleichsweise günstig. Für einen echten Budget Laptop ist es dennoch selbstbewusst kalkuliert.
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