Worum es diesmal geht
Der zentrale Vorwurf lautet, dass Google in der eigenen Suchmaschine weiterhin bevorzugt die eigenen Dienste hervorhebt. Genau das soll der DMA verhindern. Das Gesetz wurde geschaffen, um die Marktmacht großer Plattformen einzuschränken und faireren Wettbewerb zu ermöglichen. Kritiker werfen Google schon seit Jahren vor, Produkte wie Shopping Dienste, Kartenangebote oder Hotelvergleiche in den Suchergebnissen prominenter darzustellen als Konkurrenzangebote. Bereits vor dem DMA musste Google deshalb mehrfach hohe Strafen zahlen. Nun könnte die nächste und möglicherweise bislang größte Sanktion folgen.
Eine Strafe in Rekordhöhe
Laut Handelsblatt bewegt sich das geplante Bußgeld im hohen dreistelligen Millionenbereich. Frühere Berichte gingen sogar von mehreren Milliarden Euro aus. Offiziell bestätigt ist die Summe bisher nicht. Grundlage für die Berechnung ist der weltweite Umsatz von Alphabet. Der lag 2025 angeblich bei rund 400 Milliarden US Dollar. Nach den DMA Regeln könnten theoretisch bis zu zehn Prozent des weltweiten Jahresumsatzes als Strafe verhängt werden. Damit hätte die EU ein enorm scharfes Instrument gegen große Tech Konzerne in der Hand.
Der DMA wird jetzt ernst
Der Digital Markets Act ist eines der wichtigsten europäischen Digitalgesetze der letzten Jahre. Die EU will damit verhindern, dass große Plattformen ihre Marktmacht ausnutzen und kleinere Anbieter verdrängen. Google steht dabei besonders im Fokus, weil die Suchmaschine für viele Menschen der zentrale Einstiegspunkt ins Internet ist. Wer dort bevorzugt angezeigt wird, gewinnt Reichweite und Umsatz. Genau deshalb betrachtet die EU die Kontrolle über Suchergebnisse als besonders sensibel. Parallel untersucht die Kommission auch Googles Play Store. Dort geht es unter anderem um mögliche Wettbewerbsverstöße rund um Apps und Bezahlsysteme.
Politischer Sprengstoff zwischen Europa und den USA
Brisant wird die Sache vor allem wegen der politischen Lage. Die US Regierung unter Donald Trump sieht die europäischen Regeln gegen amerikanische Tech Konzerne äußerst kritisch. Trump bezeichnete die Regulierung bereits als Angriff auf die amerikanische Souveränität. Aus Washington kamen zuletzt sogar Drohungen mit neuen Zöllen oder wirtschaftlichen Gegenmaßnahmen. Die EU befindet sich damit in einem schwierigen Spannungsfeld zwischen konsequenter Regulierung und möglicher Eskalation im transatlantischen Verhältnis. Berichten zufolge soll EU Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen die Entscheidung zeitweise verschoben haben. Nun deutet jedoch vieles darauf hin, dass die Strafe noch vor der Sommerpause offiziell verkündet wird.
Apple und Meta wurden bereits bestraft
Google wäre nicht der erste Konzern, den die EU unter dem DMA zur Kasse bittet. Bereits im April 2025 verhängte die Kommission erste große Strafen gegen andere US Tech Unternehmen. Apple musste 500 Millionen Euro zahlen, Meta erhielt eine Strafe von 200 Millionen Euro. Sollte Google nun tatsächlich ein Bußgeld im Milliardenbereich treffen, wäre das die bisher härteste Maßnahme im Rahmen des neuen Gesetzes.
Fazit
Der Konflikt zwischen der EU und den großen Tech Konzernen erreicht eine neue Stufe. Mit dem DMA zeigt Europa, dass es die Regulierung digitaler Plattformen ernst meint und bereit ist, auch gegen die größten Unternehmen der Welt vorzugehen. Für Google geht es dabei nicht nur um Geld, sondern auch um die Frage, wie viel Kontrolle ein Konzern über die Sichtbarkeit im Internet haben darf. Gleichzeitig wird deutlich, dass Tech Regulierung längst nicht mehr nur Wirtschaftspolitik ist, sondern zunehmend auch geopolitische Auswirkungen hat.
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