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Nov
20
2020

Apple halbiert App-Store-Provision für Entwickler

Laut Schätzungen betrifft die Änderungen zufolge rund 98 Prozent der App-Store-Entwickler.  Allerdings sind Sie nicht einmal für 5 Prozent des Gesamtumsatzes verantwortlich – Kritik kommt unter anderem von Spotify, das Apple erneut wettbewerbsfeindliches Verhalten vorwirft.

Um die App-Store-Entwickler zu entlasten hat Apple ein neues Entwicklerprogramm angekündigt. Das App Store Small Business Program richtet sich an App-Anbieter, die bis zu einer Million Dollar im App Store umsetzen. Das Unternehmen aus Cupertino senkt für sie ab den 1. Januar 2021 die von Apple einbehaltene Provision von 30 auf 15 Prozent.

Nach eigenen Angaben reagiert der iPhone-Hersteller auf die „noch nie dagewesen globalen wirtschaftlichen Herausforderung“. Während der Pandemie würden Apps immer bedeutender, Unternehmen bauten ihren digitalen Präsenz um, um „Kunden und Communities weiterhin zu erreichen“. Kleinere Entwickler und aufstrebende Unternehmen blieben durch die reduzierte Provision künftig mehr Ressourcen, um in ihr Geschäft zu investieren und im App-Store-Ökosystem zu wachsen.

Die restriktiven Regeln von Apple für den App Store sorgen schon länger für Kritik von Entwicklern. Zuletzt hatte sich der Spieleentwickler Epic Games unter anderem wegen der Provisionsforderung von 30 Prozent auf den Kaufpreis einer App sowie jegliche innerhalb der App getätigte Einkäufe beschwert. Mit den Apples App-Geschäftsmodelle setzte sich ebenfalls die EU-Kommission auseinander, nach einer Beschwerde des Streamingdiensts Spotify.

Die New York Times zitiert laut Zahlen von Sensor Tower, betrifft das App Store Small Business Program rund 98 Prozent der Entwickler, die Provisionen an Apple abführen. Allerdings sollen diese Entwickler im vergangenen Jahr für weniger als 5 Prozent des gesamten App-Store-Umsatzes verantwortlich gewesen sein. Das Unternehmen kommentierte Apples Ankündigung dennoch mit harschen Worten. Das Programm zeige, „dass die App Store Richtlinien willkürlich und unberechenbar sind“. Apples „wettbewerbsfeindliches Verhalten“ bedrohe weiterhin alle iOS-Entwickler. „Wir hoffen, dass die Regulierungsbehörden Apples ‚Schaufensterdekoration‘ ignorieren und mit Dringlichkeit handeln werden, um die Wahlmöglichkeiten der Verbraucher zu schützen, einen fairen Wettbewerb zu gewährleisten und gleiche Wettbewerbsbedingungen für alle zu schaffen“, ergänzte Spotify.

Der Vorwurf gegen Apple ist, dass er seinen eigenen Musikdienst Apple Music bevorzugt, so der Streamiganbieter. Während Spotify für alle über seine iOS-App abgeschlossenen Abonnements 30 Prozent Provision zahlen müsste, fällt diese Mehrbelastung für Apple nicht an. Dies sei der Grund, warum Spotify die In-App-Käufe über seine App bereits vor drei Jahren einstellte.

Entwickler, die im Jahr 2020 weniger als eine Million Dollar „mit ihren Apps verdient haben“ können sich für das neue Programm qualifizieren – dies gilt auch für Entwickler die neu im App Store sind. Wird die Grenze einer Million Dollar überschreitet, gilt für den Rest des Jahres die Standardprovision von 30 Prozent für die Entwickler. Für die Entwickler, deren Umsatz in einem zukünftigen Jahr unter die Schwelle von einer Million Dollar rutscht, können sich im darauffolgenden Jahr für den reduzierten Provisionssatz qualifizieren.

Apple, iOS, Apps